Die Juden müssen jeden Tag aus der Tora lernen.
Villeicht fragt ihr euch: “Warum müssen sie jeden Tag aus der Tora lernen?”
Nun ja die antwort ist einfach: Die jüdische Religion begleitet einen Juden jeden Tag und das Tora lernen ist nicht nur eine Pflicht sondern auch ein inneres Bedürfniss der Juden, von klein an jeden Tag lernen sie aus der Tora, es ist für sie schon ganz normal..
Die Tora lässt sich in mehrere Hauptkategorien aufteilen:
Chumasch: Das relativ kurze Anweisungshandbuch ist oft ohne den Rest der Tora unverständlich, wie z.B.: “Seid fruchtbar und mehret euch.” Beispieltitel: Die fünf Bücher Moses.
Halacha: Dinge, die wir tun, die wir nicht oder nur unter bestimmten Umständen tun sollen, mit all ihren genauen Anwendungen, wie z.B.: “Die erste Priorität ist das Heiraten.” Beispieltitel: Mischna, Maimonides, Schulchan Aruch, die verschiedensten halachischen Schriften der halachischen Autoritäten aller Zeiten bis in die Gegenwart.
Talmud: Diskussionen, Debatten und Meinungsverschiedenheiten, wie z.B.: “Was passiert, wenn Menschen im Labor geklont werden?” Beispieltitel: Talmud, die Kommentatoren, das talmudische Lexikon.
Agada: Parabeln und Geschichten mit verborgenen Botschaften, wie z.B.: “Es war einmal, dass die Kinder eines geklonten Mannes vor König Salomon erschienen …” Beispieltitel: Ein Yaakov, Midrasch, Maharal, Geschichten über Zadikim.
Kabbala: Esoterisches Wissen über die Welt, wie z.B.: “Wenn wir einen Menschen klonen wollen, sollten wir uns zuerst mit den höheren Einheiten auseinandersetzen …” Beispieltitel: Zohar, Buch der Schöpfung, Buch des Paradieses, Der Baum des Lebens.
Chassidut: Das innere Licht und das Wesentliche der höheren Sphären, wie z.B.: “Ist unsere Materie ein Klon der oberen Welten?” Beispieltitel: Tanja, Chassidisches Erbe, Likute Sichot.
Der lern Prozess der Tora ist auch anders als wir es uns vorstellen:
1. Stören
In einer Lernstube (“Bejt Hamidrasch”) sitzen mindestens zwei Lernende zusammen, diskutieren lautstark einen Text und verwickeln jeden, der in Reichweite sitzt, ebenfalls in die Diskussion.
Auch wenn ihnen niemand zuhört, soll das Toralernen keine ruhige Angelegenheit sein, denn die Tora muss lebendig bleiben. Deshalb wird sie vom Lesenden laut gelesen und erklärt.
2. Das Lernen genießen
Im Gegensatz zu anderen Studien ist das Toralernen nicht ein Mittel zum Zweck der Wissensansammlung. Vielmehr dient das Toralernen selbst bereits seinem eigenen Zweck: Es geht darum, die Erfahrungen zu sammeln, Fragen zu stellen, Antworten zu suchen und sich in die Denkweise der Weisen hineinzuversetzen.
3. Im Herzen einprägen
Lektionen die mit dem Herzen gelernt werden kann man nicht so einfach vergessen. Deswegen müssen die Juden das Tora lernen nicht mit intellekt betreiben sondern mit dem Herzen.
4.Ankerzeit
Das Toralernen bildet den Kern des jüdischen Lebens. Alles andere hat sich dieser Aufgabe unterzuordnen. Widmen wir die Zeit des Toralernens ausschließlich dem Lernen und schalten alle eventuell auftretenden Störfaktoren aus. Alles Termine sind auf eine andere Zeit zu verlegen.
5. Den Schritt wagen
Die wörtliche Übersetzung von Tora bedeutet “Anweisungen” und außerdem auch “Licht”. Die Tora ist ein hell leuchtendes Licht, das den Juden zeigt, wie sie gehen sollen.
6. Gruppenlernen
Je mehr Leute zusammen Tora lernen, desto besser. Wenn zehn Juden zusammen lernen, gesellt sich die göttliche Gegenwart zu ihnen und verwandelt ihre Umgebung in einen heiligen Ort.